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Sicherheit für Senioren - Auf der Straße

Taschendiebstahl bei Senioren
Sicherheit für Senioren - Auf der Straße
Taschen- und Trickdiebstahl, Handtaschenraub

Taschendiebe nutzen unübersichtliche Situationen und Gedränge aus:

  • Ein- oder Ausstieg öffentlicher Verkehrsmittel
  • Fußgängerzonen, Kaufhäuser, Veranstaltungen
  • Im Supermarkt: Geldbörse oder Handtasche in Einkaufswagen oder Rollatoren
  • Im Restaurant oder Café: Die Tasche hängt über der Rückenlehne des Stuhls
  • Auf dem Friedhof: Die Tasche bleibt nur kurz am Grab stehen, während man „mal eben“ Wasser holt

Täter gehen arbeitsteilig vor:

  • ein Täter rempelt das Opfer an oder verwickelt es in ein Gespräch, während der andere zugreift
  • ein Täter zieht das Portemonnaie aus dem Rucksack oder der Tasche und gibt es sofort an den nächsten weiter

Täter sind einfallsreich:

  • auf die Frage nach Wechselgeld öffnet das Opfer sein Portemonnaie und während der Täter bei der Suche nach Münzen angeblich unterstützt, zieht er unbemerkt die Geldscheine aus der Börse
  • mit einer Frage nach dem Weg breitet der Täter einen Stadtplan aus, sodass darunter unbemerkt Handy oder Geldbörse gestohlen werden, während das Opfer sich auf die Wegbeschreibung konzentriert
  • beim „Anrempeln“ wird das Opfer mit Eis oder Ketchup bekleckert und während der Täter sich wortreich entschuldigt und den Fleck angeblich beseitigen will, zieht er unbemerkt das Portemonnaie aus der Jackeninnentasche
  • der „nette junge Mann“ hilft der älteren Dame im Mietshaus beim Tragen der schweren Einkäufe von der Haustür zur oberen Etage und ist vor dem Opfer oben, wo er unbeobachtet das Portemonnaie aus der Einkaufstasche zieht
  • wenn ältere Menschen eine Bankfiliale verlassen, gehen Täter davon aus, dass sie - vor allem zu Monatsbeginn - hohe Bargeldsummen bei sich tragen

Wenn Räuber eine Handtasche wollen, dann nehmen sie sich die Tasche - egal, ob sie von der Trägerin festgehalten wird oder nicht. Eine etwaige Gegenwehr wird mit Schnelligkeit und Kraft überwunden.
Dabei nehmen die Täter keinen Schaden, wohl aber die Opfer, die durch ein solches Gerangel schnell zu Fall kommen. Und dabei weiß man nie, ob es nach einem Sturz noch einmal wieder so wird, wie es vorher war. Das Verletzungsrisiko ist für das Opfer sehr hoch. Das gilt auch, wenn die Tasche mit dem Riemen am Griff eines Rollators vermeintlich vor Diebstahl gesichert ist. Sobald ein Täter an dieser Tasche reißt, kippt der Rollator. Und wenn der Rollator kippt, dann fällt der Mensch ….

Hinweise Ihrer Polizei:

  • Nehmen Sie nur das Nötigste an Wertsachen mit.
    Für den Einkauf beim Bäcker z.B. reichen ein paar Münzen und der Haustürschlüssel aus.
     
  • Führen Sie Wertsachen körpernah und getrennt mit sich.
    Verschließbare Innentaschen, Brustbeutel oder Geldgürtel sind etwas umständlicher zu handhaben, aber deutlich sicherer als jede mitgeführte Tasche.
    Auch Täter wissen, was alles in einer Handtasche steckt. Deshalb muss man sich darüber im Klaren sein: eine Handtasche ist ein Lockmittel für ein bestimmtes Täterklientel. Und wenn es gar nicht ohne Tasche geht, sollte man diese unter den Oberarm klemmen, mit der Verschlussseite zum Körper.
     
  • Lassen Sie Ihre Tasche nie unbeaufsichtigt, egal wo: Restaurants, Kaufhäuser, bei Veranstaltungen, auf dem Friedhof etc.
     
  • Sprechen Sie in der Öffentlichkeit nicht über Finanzielles
    So erhält kein Unberechtigter Kenntnis über Ihr Erspartes oder den Inhalt Ihrer Geldbörse. Zählen Sie niemals Ihr Bargeld in der Öffentlichkeit.
     
  • Nutzen Sie sichere Wege, am besten zur hellen Tageszeit.
     
  • Machen Sie Ihre Wege in Begleitung
    Vier Augen sehen mehr, vier Ohren hören mehr. Täter suchen sich meist Opfer aus, die alleine unterwegs sind, weil das Entdeckungsrisiko für sie dann geringer ist.
     

Und wenn es doch passiert ist …

  • Machen Sie auf sich aufmerksam
    Aufmerksamkeit ist das, was die Täter nicht wollen. Also sorgen Sie für Aufmerksamkeit, indem Sie „Feuer“ oder Ähnliches rufen. Bei „Feuer“ fühlen sich Passanten eher angesprochen.
     
  • Sprechen Sie einzelne Passanten gezielt an
    „Sie mit dem karierten Hemd, bitte helfen Sie mir“ oder die konkrete Bitte an eine Person die Polizei zu rufen, mit solchen konkreten Anreden sind die Angesprochenen eher bereit zu unterstützen. 
     
  • Notruf 110 mit Personenbeschreibung
    Zeugen in der Nähe, die das Geschehen unbelasteter beobachtet haben als das Opfer selbst, können möglicherweise eine detaillierte Personenbeschreibung geben.
     
  • Keine Gegenwehr! Keine Täternacheile!
    Vermeiden Sie jeden zusätzlichen körperlichen Kontakt mit dem Täter, der nur weitere Risiken für Ihre Gesundheit bedeuten würde.